15.03.2005 / Inland / Seite 4

Besatzung angeprangert

Die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer erhielt in Lübeck den diesjährigen Erich-Mühsam-Preis für ihr Engagement für die Rechte des palästinensischen Volkes

Andreas Grünwald

Am Sonntag haben 120 Menschen an der Verleihung des Erich-Mühsam-Preises für die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer im Scharbausaal der Stadtbibliothek Lübeck teilgenommen. Alle zwei Jahre verleiht die Erich-Mühsam-Gesellschaft den Preis an Personen und Einrichtungen, die nach »lebenswerten und befreienden Alternativen« suchen. 2003 war die junge Welt Preisträgerin.

Wenn sie an das Martyrium von Erich Mühsam denke, an die Wäsche voller Blut, die Zensl Mühsam, seine Frau, nach einem KZ-Besuch beschrieb, so die Preisträgerin in ihrer Dankesrede in Lübeck, sehe sie die Wunden und Folterungen vor sich, die Demütigungen und Schändungen, die auch palästinensische Widerstandskämpfer erfahren haben. »In deren Namen klage ich Israels Politik an«, so Langer, die von einer langen Geschichte völkerrechtswidriger Besatzung, Enteignung, Kolonialisierung sowie der gezielten Tötung von Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, sprach. Vehement wandte sich Lang...

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