04.03.2005 / Inland / Seite 4

»Freischwimmer« vor Gericht

In Berlin ging Prozeß gegen Aktivisten des Berliner Sozialforums baden. Statt eines Angeklagten erschienen an die 60 Bekenner, die gegen Erhöhung der Bäderpreise ins Wasser gestiegen waren – ohne Eintritt zu zahlen

Paul Merten

Wegen der Teilnahme an Protesten gegen die Erhöhung der Berliner Schwimmbadpreise im Sommer 2002 stand Markus M. am Dienstag vor dem Berliner Amtsgericht. Eine Freischwimm-AG hatte im Juli 2002 zum freien Baden im Kreuzberger Prinzenbad aufgerufen. Sie protestierte damit gegen die Umverteilung der Haushaltsmittel im Zuge des Berliner Bankenskandals, die unter anderem zur Erhöhung der Eintrittspreise für Berliner Bäder auf vier Euro geführt hatte. Die Preiserhöhung schließe sozial Schwache und die ärmsten Bevölkerungsschichten vom »öffentlichen Bäderbetrieb« aus, begründeten die Aktivisten des Berliner Sozialforums ihre »Umsonst-Bade-Aktion«. Rund 200 Freischwimmer hatten damals das Prinzenbad ges...

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