12.02.2005 / Ausland / Seite 3

Tsunami in Falludscha

Flüchtlinge erschossen, Krankenhäuser bombardiert, Propagandabilder für CNN – ein Arzt schildert seine Erlebnisse im besetzten Irak

Dahr Jamail

Unter der Bedingung, anonym zu bleiben, schildert mir ein Arzt seine Erlebnisse aus der irakischen Stadt Falludscha. Wir sitzen in einem Hotelzimmer in Amman, wo er jetzt als Flüchtling lebt. Der Iraker hatte in Großbritannien darüber gesprochen, was er in Falludscha gesehen hat und wird nun vom US-Militär bedroht, sollte er in den Irak zurückkehren.

»Ich habe begonnen, darüber zu sprechen, was in Falludscha während beider Belagerungen passiert ist, um Aufmerksamkeit zu wecken, und die Amerikaner haben drei Mal mein Haus durchsucht«, sagt er, und spricht so schnell, daß ich kaum mitkomme. Er will mitteilen, was er gesehen hat.

»Ich kam Ende Dezember mit einem Hilfskonvoi der Briten nach Falludscha und blieb bis Ende Januar«, erklärt er, »aber ich war schon zuvor in der Stadt, um zu sehen, was die Menschen dort brauchen.« Er kenne daher die Situation seit Anfang Dezember.

Als ich ihn bitte zu beschreiben, was er beim ersten Eintreffen in Falludsch...





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