16.12.2004 / Feuilleton / Seite 13

Nicht mehr gebraucht

Phantasie an der Macht: »The Singing Detective« ist eine Pulp-Psychoanalyse

Andreas Hahn
Ein Mann, eine Frau, scheinbar versöhnt (es war ein beschwerlicher Weg), im dunklen Flur eines Krankenhauses. Am Ende des Flurs: ein Licht. Immerhin führt ein Weg hinaus, aber das Licht kann jederzeit gelöscht werden. Eine dunkle Passage (dieser Flur ist nur für dich bestimmt). So endet der Film »The Singing Detective«. Wieder einmal eine Todesphantasie. Out of the Past. »The Singing Detective« war ursprünglich ein mehrteiliger, für die BBC 1986 produzierter TV-Film des britischen Autors und TV-Regisseurs Dennis Potter. Manche sagen, es sei die beste TV-Serie, die jemals gemacht wurde. Ihre Handlung ist nicht leicht nachzuerzählen. Sie funktioniert über Unmengen von Rückblicken, Exkursen, Zitaten, selbstreferentiellen Schleifen usw. Das ganze »postmoderne« Programm. Die amerikanische Neuverfilmung, die nun in die deutschen Kinos kommt, hat das beibehalten. Mitproduziert hat sie übrigens Mel Gibson, der in dem Film auch die Nebenrolle eines Psychoanalytikers übernimmt. Gibson ist zw...

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