14.12.2004 / Ausland / Seite 3

Einmischung total

I

Sophia Deeg

Zwei Monate nach dem Tod Yassir Arafats wählen die Palästinenser am 9. Januar einen neuen Präsidenten. Erstmals gebe es damit wieder Hoffnung auf eine Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern; mit dem neu Gewählten könne der langjährige israelisch-palästinensische Konflikt beigelegt werden, so eine hierzulande weitverbreitete Meinung. Dabei steht zu befürchten, daß die »freien« Wahlen in Palästina ähnlich unfrei sein werden wie die im Irak von den Besatzungsmächten zusammen mit dem kollaborierenden Übergangsregime geplanten.

Dessenungeachtet haben sich die politischen Kräfte, die für den demokratisch organisierten Widerstand gegen die israelische Besatzung und eine konsequente Verteidigung palästinensischer Rechte eintreten, für eine Teilnahme an dem Urnengang entschieden. In erster Linie ist es die Partei Al Mubadara, die diesen Kurs vertritt. Ihr Kandidat für die anstehenden Präsidentschaftswahlen, Mustafa Barghouti – nicht zu verwechseln mit...

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