13.12.2004 / Feuilleton / Seite 13

Im Trainingsanzug

Immer wieder, immer wieder Migration: Das Berliner Festival »Europe in Motion«

Wenn zwei Passanten sich kreuzen – der eine im Anzug und der andere im Trainingsanzug –, geht der mit dem Trainingsanzug immer aus dem Weg« hat Eoin Moore mal gesagt. »Es sei denn, er ist so ein starker, heftiger Typ.« Ein selten starker Typ im Trainingsanzug ist der Protagonist in Moores Hochschulabschlußfilm »Plus Minus Null«. Er arbeitet am Bau in Berlin, Potsdamer Platz. Außerdem setzt er mit mäßigem Gewinn auf Schattenwirtschaft. Besser läuft es im Bett: der verpeilte Verlierer – »Ick bin übrigens Alex wie der Platz und Moll wie die Straße« – landet bei zwei Prostituierten. Eine hat er später vor der Abschiebung nach Bosnien zu bewahren. Beiläufig und stilsicher erzählt »Plus Minus Null« vom Alltag am Rand der Gesellschaft. Diesen Rand markiert die Kohle, die einer zur Verfügung hat – je weniger, desto Randfigur. Ganz außen ziehen Migranten ihr Ding durch. In erster Linie pflegen sie dabei nicht die Kultur ihrer Herkunftsländer, sondern die Kultur ...

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