13.12.2004 / Feuilleton / Seite 13

Mainstream als Sekte

Neues aus der Religionswissenschaft: Ein Reader von Gerhard Hanloser zur affirmativen Kraft der sogenannten Antideutschen

Dag Pretzel

Seit dem Ende der Systemkonfrontation sorgt das antideutsche Wirken in der linksradikalen Szenerie für Irritation, Wut, Blamagen, Denunziation und verständnisloses Kopfschütteln. So oft wie es schon verurteilt, ausgeschlossen, und für endgültig erledigt erklärt wurde, taucht es stets wieder auf. Es scheint noch etwas Unabgegoltenes, noch nicht Verstandenes darin zu liegen. Gerhard Hanloser hat einen Sammelband zum Thema herausgegeben. Unter dem Titel »Sie warn die Anti-deutschesten der deutschen Linken« sind zwölf Beiträge zu finden, darunter Darstellungen der Geschichte der radikalen Linken der letzten 20 Jahre dieses Landes, aber auch ideologiekritische Arbeiten, beispielsweise darüber, daß antideutsches Halluzinieren mit einer »neoliberalen Formierung des Selbst« einhergehe. Aus der Sicht des Herausgebers steht das Phänomen insgesamt »für einen affirmative turn innerhalb der Linken.« Und so soll das Buch dazu dienen, eben dieses Phänomen »als Teil des ...

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