09.12.2004 / Titel / Seite 1

»Erschießt sie einfach!«

Zurück von der Front, schildern zunehmend mehr US-Soldaten Kriegsverbrechen im Irak. Erschießung verletzter Iraker bezeugt. Zahl der Deserteure wächst

Rüdiger Göbel

Der Irak-Krieg läuft der US-Armee zunehmend aus dem Ruder. Seit Kriegsbeginn im März vergangenen Jahres sind nach Pentagon-Angaben mehr als 1000 US-Soldaten bei Kämpfen getötet worden. Allein im November wurden so viele GIs getötet wie in den ersten beiden Monaten der Invasion im vergangenen Jahr. Widerstandsgruppen im Irak sprechen von weitaus größeren Verlusten in den Reihen der Okkupanten. Am Mittwoch berichteten mehrere Medien vom Geständnis eines US-Marineinfanteristen, beim Kriegseinsatz irakische Zivilisten getötet zu haben. Der CIA-Chef in Bagdad schließlich warnte in einem Geheimtelegramm an das Weiße Haus in Washington, die Situation im besetzten Zweistromland könne entgleiten und sich auf absehbare Zeit nicht wieder stabilisieren. Das berichtete die renommierte New York Times am Mittwoch unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, daß sich zunehmend mehr US-Soldaten einer Verlegung in den Irak durch ...

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