02.12.2004 / Feuilleton / Seite 12

Wolfsgeheul

Franco hätte es gefreut: Der spanische Kinofilm »El Lobo« (Der Wolf) hat einen ETA-Spitzel zum Helden

Ralf Streck

Der in Spanien produzierte und im November dort angelaufene Kinofilm »El Lobo« beruhe auf »Tatsachen«, sagen seine Macher. Er spielt in den Jahren 1973 bis 75. Seit Jahrzehnten ist Spanien fest im Griff des Diktators Franco. Brutale Unterdrückung der Opposition und nationaler Minderheiten, Folter und Mord sind an der Tagesordnung. Aber die Diktatur liegt in den letzten Zügen – auch, weil es der baskischen Untergrundorganisation ETA 1973 gelang, den vom greisen Diktator bestimmten Nachfolger Carrero Blanco zu ermorden. Das sollte man wissen, weil der französische Regisseur Miguel Courtois in seiner Geschichte, die er als »objektiv« verkauft, solche Kleinigkeiten weitgehend verschweigt.

Böser Widerstand

Courtois wirft die Zuschauer ins Baskenland, wo der Widerstand gegen Franco am stärksten ist. Seine Geschichte setzt bei der ETA an, 25 Jahre nach deren Gründung 1959, als Mikel Lejarza Eguía in Aktion tritt. Gespielt wird die Hauptrolle von Eduardo ...



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