22.11.2004 / Inland / Seite 4

Folter in der Bundeswehr

Rekruten mit Stromstößen gequält. Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf

Ulla Jelpke

Nach einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins Spiegel vom Samstag sollen ein Hauptmann und 17 Unteroffiziere in Coesfeld (Münsterland) mehrere Rekruten mit Stromstößen gequält haben. Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen die Beschuldigten wegen Mißhandlung und entwürdigender Behandlung von Untergebenen. Der Vorgang ist, wie ein Militärsprecher in Koblenz bestätigte, truppenintern am 20. Oktober bekannt geworden, allerdings nur durch einen Zufall. Einer der Rekruten habe sich eher beiläufig bei einem Offizier erkundigt, ob diese Art der Ausbildung denn normal sei. Der Vorgesetzte habe dann pflichtgemäß Meldung gemacht.

Das skandalöse Verhalten der Bundeswehrausbilder weckt Erinnerungen an die grausamen Bilder aus dem US-Militärgefängnis Abu Ghraib in Bagdad. Zum Ende ihrer Grundausbildung mußten junge Rekruten zwischen Juni und September 2004 in vier Fällen eine »Geiselbefragung« über sich ergehen lassen. Dabei seien die Soldaten...

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