15.11.2004 / Feuilleton / Seite 15

Bush auf Menschenjagd

Der Journalist Seymour Hersh analysiert in einem Buch die Mechanismen der geheimen US-Kriegführung

Arnold Schölzel

Ein Artikel im »New Yorker« von Seymour Hersh im April dieses Jahres trug mit dazu bei, die Folter im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib publik zu machen. Es war das zweite Mal in der beruflichen Laufbahn des US-Journalisten, daß er von US-Militärs verübte Verbrechen an die Öffentlichkeit brachte. Hersh berichtete 1969 als erster über das routinemäßige Gemetzel von GIs in dem vietnamesichen Dorf My Lai im Jahr zuvor, dem mindestens 500 Zivilisten zum Opfer fielen – vor allem Frauen, Kinder, Babies und Alte.

Sein Buch »Die Befehlskette. Vom 11. September bis Abu Ghraib«, ist eine Studie über die Wiederholung der damaligen, auf Meuchelmord und Folter angelegte Strategie unter der Bush-Administration. In einem mit »Menschenjagd« überschriebenen Abschnitt seines Buches erinnert Hersh daran, daß dem »Phoenix«-Programm von Special Forces und CIA zur Ermordung von Vietnamesen, die im Verdacht standen, für den Norden zu arbeiten, von 1968 bis 1972 f...

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