29.07.2004 / Ausland / Seite 8

Imperialistische Irrtümer

Israels Politik gegenüber den Palästinensern beruht auf einem unhaltbaren Konzept

Roni Ben Efrat

Am 10. Juni 2004 wurde Amos Malka, von 1998 bis 2001 Chef des militärischen Geheimdienstes Israels (MI), in der israelischen Tageszeitung Ha’aretz interviewt. Er kritisierte die vorherrschende israelische Einschätzung der palästinensischen Führung scharf. Diese Einschätzung ist ein Produkt von Amos Gilad, 1996 bis 2001 Chef der Untersuchungsabteilung des MI und von 2001 bis 2003 Koordinator für dessen Aktivitäten in den besetzten Gebieten. Gilad hat folgendes Konzept entwickelt: Der Oslo-Prozeß sei nichts anderes als ein trojanisches Pferd, das (Palästinenserpräsident) Yassir Arafat entworfen habe, um Israel zu zerstören. Arafat habe nie beabsichtigt, daß es zwei nebeneinander existierende Staaten geben sollte. Er habe das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge gefordert, um so sein Ziel mit demographischen Mitteln zu erreichen; er habe die jetzige Intifada geplant und initiiert. Gilads Schluß: Nur Arafats Verschwinden von der politischen Bühne k...

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