26.06.2004 / Titel / Seite 1

Erpressung rechnet sich

Arbeitszeitverlängerung bei Siemens: Weiterer Durchbruch in Richtung 40 Stunden plus X

Daniel Behruzi

Als »Bomben mit Zeitzündereffekt« hatte der Stuttgarter Daimler-Betriebsrat Tom Adler vor Monaten im jW-Interview die im Metall-Tarifvertrag vom Februar enthaltenen Möglichkeiten zur Arbeitszeitverlängerung bezeichnet. Eine dieser Bomben ist jetzt hochgegangen. Beim Siemens-Konzern unterzeichnete die IG Metall am Donnerstag eine Rahmenvereinbarung, die feststellt, die geltenden Flächentarifverträge müßten »zukunftsgerecht weiterentwickelt« werden. Was das bedeutet, zeigte sich im Anschluß: Für die 4000 Beschäftigten der angeblich von Verlagerung nach Ungarn bedrohten Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt wurde ein Ergänzungstarifvertrag geschlossen, der eine Verlängerung der Arbeitszeit auf durchschnittlich 40 Wochenstunden ohne Lohnausgleich vorsieht. Außerdem werden Weihnachts- und Urlaubsgeld abgeschafft und durch eine »erfolgsabhängige Jahreszahlung« ersetzt.

Während IG-Metall-Chef Jürgen Peters die Vereinbarung am Freitag im DeutschlandRadio Berlin ...

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