28.05.2004 / Ansichten / Seite 3

Militärintervention in Rafah: Zerstörung ohne Begründung?

jW sprach mit Darwish Abu Sharkh, Leiter des »Zentrums für Behinderte Kinder« in Rafah und Mitglied des lokalen Dachverbandes »Rat der regierungsunabhängigen Organisationen«

Harald Neuber

F: Sechs Tage hielt Israels Armee Rafah im Rahmen ihrer »Operation Regenbogen« besetzt, bis Anfang der Woche der Rückzugsbefehl erteilt wurde. Wie ist die Lage in der Stadt wenige Tage danach?

Verheerend. Sie sollten vorab wissen, daß Rafah zu den ärmsten Regionen auf palästinensischem Gebiet zählt. Von den rund 140 000 Einwohnern der Stadt sind annähernd 80 Prozent arbeitslos, eine wirtschaftliche Entwicklung findet quasi nicht statt. Nahe der Stadt liegen mehrere Flüchtlingslager, deren derzeitige oder ehemalige Bewohner über 70 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die gespannte soziale Situation schlägt sich natürlich auch in den Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee nieder. Seit Beginn der zweiten Intifada wurden alleine in Rafah über 300 Menschen getötet, ein Drittel davon waren Kinder.

F: Nach Angaben der israelischen Armee wurden im Rahmen der jüngsten Militäraktion »56 Strukturen zerstört«. Welche Informationen haben Sie über d...



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