15.05.2004 / Ausland / Seite 9

Offensichtliche Widersprüche

Umstände und Vorgeschichte der Hinrichtung des US-Amerikaners Nick Berg immer verworrener

Knut Mellenthin

Die Vorgeschichte der mit einem Video dokumentierten Hinrichtung des US-Amerikaners Nicholas (»Nick«) Berg wird immer verworrener. Neben den bisherigen Ungereimtheiten wurde nun am Freitag zusätzlich bekannt, daß gegen Berg vor einigen Jahren wegen Terrorismusverdachts ermittelt wurde.

Sicher scheint derzeit nur, daß Nicholas Berg zuletzt am 10. April gesehen wurde, als er sein Hotel in Bagdad verließ. Davor war der 26jährige, der angeblich auf eigene Faust in den Irak gekommen war, um Aufträge als Fachmann für Sendemasten zu finden, vom 24. März bis zum 6. April in Mosul inhaftiert gewesen.

Einem chilenischen Journalisten, der Berg Anfang April in seinem Bagdader Hotel kennenlernte, hatte er erzählt, daß ihn irakische Polizisten festgenommen und festgehalten hätten, weil sich in seinem Paß ein israelischer Visumstempel befand. Nach kurzer Zeit sei er dann US-amerikanischen Stellen übergeben worden und in ein Gefängnis gebracht worden, in dem sich u...



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