06.05.2004 / Ansichten / Seite 3

Filbinger zur Präsidentenwahl: Zeugnis nationaler Gesinnung?

jW sprach mit Hans-Jochen Vogel. Er ist Pfarrer im Ruhestand aus Chemnitz und wurde als Friedensaktivist in diesem Jahr der Ehrenpreisträger des 1. Chemnitzer Friedenspreises

Anett Bartl

F: Der als Wahlmann nominierte »furchtbare Jurist« Hans Filbinger wird in der Bundesversammlung voraussichtlich auf den von der Sachsen-PDS nominierten Antifaschisten Hans Lauter treffen, gegen den eine Medienkampagne läuft. Wie bewerten Sie das?

Natürlich muß man sich darüber empören, wundern sollte man sich jedoch nicht. Schließlich ist das nicht mehr und nicht weniger als eine Momentaufnahme, wo dieses Land steht – ein Abbild der Gesinnungslage der Nation, um Heinrich Böll zu bemühen. Wenn also ein Herr Filbinger für die Bundesversammlung anstandslos – im doppelten Sinne – nominiert werden kann, während man es für nötig hält, den Antifaschisten Lauter unmöglich zu machen, zeigt das, welche Tradition in Deutschland dominieren soll. Diesen Fakt kann dann auch keine noch so medienwirksam initiierte Antisemitismuskonferenz wettmachen.

F: In der Kampagne gegen Hans Lauter geht es um Vorwürfe zu dessen Rolle bei der Sprengung der Leipziger Unikirche. S...



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