04.05.2004 / Ansichten / Seite 9

Scharons eiskaltes Kalkül

Nach dem Nein der Likud-Basis zum Plan für die Räumung des Gazastreifens und für die Aufgabe kleiner Siedlungen im Westjordanland

Werner Pirker

Die unter Mitgliedern der Likud-Partei durchgeführte Abstimmung über Scharons Plan zur einseitigen »Trennung von den Palästinensern« hat deutlich gemacht, daß eine Mehrheit innerhalb des rechten Spektrums und damit ein beträchtlicher Teil der israelischen Gesellschaft nach wie vor der reaktionären Utopie vom »biblischen Land Israel« anhängt, in dem nur Platz für ein Volk ist, nämlich das von Gott auserwählte. Daß der Plan, der eine Räumung des Gazastreifens und die Aufgabe einiger kleiner, strategisch unbedeutender Siedlungen im Westjordanland vorsieht, an der Basis seiner Partei keine Zustimmung findet, sollte Scharon keine allzu großen Sorgen machen. Er dürfte ohnedies mit keinem positiven Ergebnis gerechnet haben.

Vielleicht hat er gerade deshalb die Abstimmung durchführen lassen. Denn die Ablehnung des Trennungsplans durch das dumpf chauvinistische Siedlermilieu und seine Unterstützer verleitet zu der Annahme, daß es sich um einen vern...

Artikel-Länge: 3042 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe