20.02.2004 / Titel / Seite 1

»Schmerz, Wut, Pein«

Mißhandlungen und Folter gehören zum Standardrepertoire der britischen und US-Besatzer im Irak

Rainer Rupp

Großbritanniens Premierminister Tony Blair gerät wegen offensichtlicher Menschenrechtsverletzungen der britischen Besatzungstruppen im Irak immer tiefer in die Klemme. Hatte die Londoner Regierung bislang die Vergehen ihrer Soldaten geheimgehalten oder entsprechende Berichte als Unterstellungen abgetan, kann die Presse nun mit verbürgten Augenzeugenberichten über Mißhandlungen und Folter aufwarten.

Ein einfacher Soldat aus Blairs Besatzungstruppe im Südirak hatte am Donnerstag gegenüber der Boulevardzeitung The Sun berichtet, wie er und seine Kameraden wegen der Schreie der Gefangenen nachts nicht schlafen konnten. »Es war so, als wenn ein Baby schreit, nur tausendfach stärker und vermischt mit Schmerz, Wut und Pein«, beschrieb der Soldat das Erlebte. Da britische Militärs nicht ohne Erlaubnis mit der Presse sprechen dürfen, hat The Sun den Namen ihres Informanten zu dessen Schutz geheimgehalten. Bereits Anfang Januar, zu jenem Zeitpunkt, als Premier B...

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