09.02.2004 / Inland / Seite 6

Demographie und Demagogie

Über die »unumstößlichen« Grundlagen der Schröderschen »Agenda 2010«

Albrecht Kieser

Die Demographie ist durchaus eine umstrittene Wissenschaft. Am 6. Juni 2003 warf der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, die demagogischen bzw. demographischen Fakten auf den Tisch und verkündete damit die beinharte Tatsachengrundlage der Agenda 2010: »Die Alterung wird also nicht erst in 50 Jahren zu Problemen führen, sondern bereits in den nächsten beiden Jahrzehnten eine große Herausforderung für Wirtschaft, Gesellschaft sowie vor allem für die sozialen Sicherungssysteme darstellen. Diese Entwicklung ist vorgegeben und unausweichlich.« 2050 müßten hundert Menschen zwischen 20 und 60 Jahren 78 Rentner durchfüttern, fast doppelt so viel wie heute. Das sei schlicht nicht möglich.

Mit dieser demographischen Prognose wird seitdem die Politik des forcierten Sozialabbaus begründet und als alternativlos hingestellt. Und vom Spiegel (Titelgeschichte 2/2004, »Der letzte Deutsche«) bis zum letzten Rundfunkmoderator wiedergekäut....

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