15.01.2004 / Ausland / Seite 7

Iraker als Kanonenfutter

Aufstandsbekämpfung made by USA: Vorgehen in Vietnam und israelische Armee als Vorbilder

Joachim Guilliard

Die Festnahme Saddam Husseins hat US-Präsident George W. Bush zwar innenpolitisch etwas Luft verschafft, im Irak aber stehen seine Soldaten weiter unter Beschuß. Der anhaltende Widerstand zwingt die US-Regierung, eine Reihe bereits fest geplanter Maßnahmen zu verschieben, wie die Washington Post zum Jahreswechsel meldete. Insbesondere die Privatisierung staatlicher Unternehmen im Irak soll nun wesentlich behutsamer angegangen werden. In den betroffenen Betrieben organisiert sich heftiger Widerstand. Angesichts einer Arbeitslosenquote von 60 bis 70 Prozent, die durch die zu erwartenden Entlassungen weiter steigen würde, befürchtet die US-Besatzungsbehörde, daß sich viele Gefeuerte dem bewaffneten Widerstand anschließen könnten. Eine Warnung war diesbezüglich die Ermordung des Direktors des (noch) staatlichen Unternehmens für Speiseöl. Als dieser sich weigerte, einige Dutzend Arbeiter wieder einzustellen, wurde er auf dem Weg zur Fabrik erschossen. Sein Tod...

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