11.12.2003 / Titel / Seite 1

Kein Recht auf Leben

Deutsches Gericht lehnte Entschädigung für NATO-Bombenopfer von Varvarin ab

Jürgen Elsässer, Bonn

Ausgerechnet am internationalen Tag der Menschenrechte hat die deutsche Justiz die Aufhebung des wichtigsten Menschenrechts verkündet – des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Serbische Bürger aus der Ortschaft Varvarin hatten die Bundesregierung auf Entschädigung wegen eines NATO-Bombenangriffes auf ihren Ort verklagt, bei dem zehn Menschen getötet und 40 verletzt worden waren. Das Landgericht Bonn lehnte gestern die Ansprüche der Kläger ab.

Varvarin ist ein typisches Beispiel für die Grausamkeit der NATO-Kriegführung: Das Städtchen hatte keinerlei militärische Bedeutung, die altersschwache Brücke über den Fluß Morava war für Armeetransporte ungeeignet. Als zwei Kampfbomber diese am 30. Mai 1999 angriffen, fand direkt daneben ein Kirchenfest mit über 3 000 Besuchern statt. Ein Versehen kann ausgeschlossen werden: Die Flugzeuge kehrten nach dem ersten Beschuß zurück und feuerten ihre Laserbomben ein zweites Mal ab. So starben auch die Ret...

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