23.10.2003 / Feuilleton / Seite 12

Besatzer-Knigge

Was die USA aus irakischen Schulbüchern erntfernen lassen

Rainer Rupp

Als die irakischen Schulkinder noch in den Sommerferien waren, war im Auftrag des US-amerikanischen Prokonsuls in Bagdad, Paul Bremer, eine Gruppe von handverlesenen Lehrern damit beschäftigt, die irakischen Schulbücher von allen Textstellen über Saddam Hussein und anderen Themen, welche den US-Besatzern nicht genehm sind, zu säubern. Aber da die neuen Schulbücher vor November nicht ausgeliefert werden können, wurden die Schüler bei Schulbeginn Anfang Oktober von ihren Lehrern aufgefordert, bestimmte Passagen in ihren alten Büchern selber zu streichen. Die eliminierten Passagen erlauben einen Ausblick, in welche Richtung die USA den »neuen Irak« umerziehen wollen.

Während die Entfernung der vielen Bilder und Huldigungen Saddam Husseins und seiner Bath-Partei aus den Schulbüchern auch dem Bedürfnis des Großteils der irakischen Bevölkerung entsprechen dürfte, ist an anderen Stellen eine spezielle US-Intention deutlich zu spüren. So wurden alle pan-arabis...

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