13.09.2003 / Thema / Seite 10

Kalkulierter Terror

Zehn Jahre nach Abschluß des Gaza-Jericho-Abkommens ist die Schiedsrichterrolle der USA unerschüttert, obwohl alle Friedenspläne scheitern

Ulrich Peter / Sebastian Gerhardt

Am 13. September 1993 unterzeichneten der damalige israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin und der Chef der PLO Yassir Arafat im Beisein des US-Präsidenten William Clinton ein Abkommen, das mit der praktischen Umsetzung der Oslo-Abkommen zugleich einen Weg zum Frieden im Nahen Osten eröffnen sollte. Die Exilkader der PLO konnten zurückkehren und den Verwaltungsapparat einer palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bilden. Heute, zehn Jahre später, sind die meisten der zwischenzeitlich geöffneten Städte wieder unter direkter israelischer Besatzung, und das israelische Kabinett beschloß am 11. September 2003 die Ausweisung Arafats. Der unmittelbare Anlaß für den Ausweisungsbeschluß waren zwei Selbstmordanschläge der Hamas am Vortag, die 15 Israelis töteten.


Moderne Assassinen?


In der Berichterstattung wird dabei rasch ein Bogen zu besonderen islamischen Traditionen geschlagen, welche die heutigen Selbstmordangriffe erklären könnten. Und wer in...



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