10.06.2003 / Ansichten / Seite 9

Schießpatrioten

Landesverteidigung am Hindukusch zwischen Wehrpropaganda und Wirklichkeit

Rainer Rupp

In Ermangelung anderer Schießaufgaben werden die »deutschen Interessen« am Hindukusch verteidigt. Da die Afghanen nicht in der Lage sind, ihre Interessen am Rhein zu verteidigen, leisten sie auf andere Weise Widerstand.Der Anschlag von Kabul am Samstag mit vier Toten und 29 teils schwer verletzten Bundeswehrsoldaten war nur eine Frage der Zeit. Unter den fremden Besatzern sind die Deutschen keine Ausnahme, auch wenn die Berliner Wehrpropaganda glauben machen will, daß »unsere« Präsenz in Afghanistan besonders geschätzt wird.

Bislang hat die Bundeswehr genügend Freiwillige gefunden, die sich gegen entsprechend höheren Sold – sprich Gefahrenzulage – zum Abenteuer Afghanistan gemeldet haben. Während der kleinere Teil der deutschen Friedenshüter in Einheiten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) gemeinsam mit den Amis in den Bergen zum Tali...

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