14.02.2003 / Thema / Seite 10

Pleiten, Pech und Pannen

Wie US-Außenminister Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat den Irak der Gefährdung des Weltfriedens zu überführen versuchte

Jürgen Elsässer

Der Auftritt des US-Außenministers vor der UNO am 5.Februar war schon seit Wochen angekündigt und mit großer Spannung erwartet worden. Bereits im Vorfeld hatten Kommentatoren einen Vergleich zur Kuba-Krise 1962 gezogen: Damals hatte der US-Botschafter dem Weltsicherheitsrat gestochen scharfe Satellitenfotos gezeigt, die die Existenz sowjetischer Mittelstreckenraketen auf der Zuckerinsel tatsächlich bewiesen.

Eine vergleichbare Evidenz hatte der Vortrag von Powell nicht. Trotzdem war das Echo der großen Medien in Deutschland positiv. Die Bild-Zeitung erschien tags darauf mit der Headline: »Terror-Beweise gegen Saddam – Jetzt Krieg?« Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) kommentierte am 7. Februar: »Der Auftritt, das ist nicht zu leugnen, war fulminant. Vorübergehend hat der amerikanische Außenminister den UN-Sicherheitsrat in eine Art Weltgerichtssaal verwandelt ... Beeindruckend an der Beweisführung war nicht der multimediale Präsentations...

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