13.07.2002 / Ausland

»Mein Haus ist mein Gefängnis geworden«

Leben unter der Ausgangssperre. Ein Brief aus Palästina

Faten Mukarker, Beit Dschala

Der Müll vor dem Haus häuft sich zu einem Berg an. Die Müllabfuhr war schon seit Tagen nicht mehr da. Vielmehr seit zum letzten Mal die Ausgangssperre aufgehoben war. In unserer Nachbarschaft befinden sich ein Metzger und ein Mann der Hühner schlachtet. Die Hitze dazu macht den Rest. Ein übler Gestank, der sich ausbreitet, sobald man das Fenster öffnet. Und so beschäftigt mich die Frage, werde ich an dem beißendem Geruch ersticken oder wegen der brodelnden Hitze, die im Haus bei geschlossenen Fenstern herrscht? Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Es ist das erste Mal, daß so viele Tage vergangen sind, ohne daß wir raus durften. Ich muß an Gefangene in einem Gefängnis denken, die mindestens einmal am Tag auf einen Hof dürfen, um...

Artikel-Länge: 2298 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe