15.05.2002 / Thema / Seite 0

Der Mythos Camp David

Die gängige Darstellung der gescheiterten Friedensverhandlungen in den amerikanischen Medien ist Teil einer gezielten Desinformationskampagne

Chris Marsden

Um das Massaker an palästinensischen Männern, Frauen und Kindern durch die israelischen Streitkräfte (IDF) im Flüchtlingslager von Dschenin zu rechtfertigen, unternehmen die prozionistischen amerikanischen Medien außerordentliche propagandistische Anstrengungen. (...) Kernstück der Kampagne ist eine grob verfälschte Darstellung des israelisch-palästinensischen Gipfels, der im Juli 2000 in Camp David stattfand. US-amerikanische Medien wiederholen endlos die Behauptung, daß Yassir Arafat dort ein großzügiges Angebot eines Palästinenserstaats des damaligen Premierministers Ehud Barak abgelehnt und damit den Ausbruch der Gewalt heraufbeschworen habe, die seit nunmehr 18 Monaten andauert.

So veröffentlichte das Wall Street Journal am 15. April einen Artikel von Daniel Pipes und Jonathan Schanzer, der sich gegen einen Abzug des israelischen Militärs aus den besetzten Gebieten aussprach. Sie schrieben: »Im Juli 2000 überzeugte Premierminister Ehud B...

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