11.05.1998 / Thema / Seite 0

»Gefährlicher als Castro«

Vor 20 Jahren in Italien: Aldo Moros Tod und die Geheimdienste (Teil I)

Gerhard Feldbauer

Am vergangenen Sonnabend vor 20 Jahren, am 9. Mai 1978, ermordeten die Roten Brigaden den Vorsitzenden der Christdemokratischen Partei Italiens, Aldo Moro. 55 Tage vorher hatten sie ihn in Rom entführt und dabei sein gesamtes fünfköpfiges Begleitkommando erschossen. Der Politiker befand sich an diesem 16. März auf dem Weg zur Abgeordnetenkammer, in der die Debatte über die Aufnahme der Kommunisten in die Regierungsmehrheit, die Moro mit dem Generalsekretär der IKP, Enrico Berlinguer, vereinbart hatte, angesetzt war.

Die linksextremen Brigate Rosse waren entschiedene Gegner dieses Historischen Kompromisses, wie das Regierungsabkommen zwischen der Democrazia Cristiana und der IKP genannt wurde. Nach ihrer Einschätzung stand die italienische Arbeiterbewegung »an der Schwelle zu einer Veränderung, einer Revolution« (Mario Moretti, Brigate Rosse, Hamburg 1996, S. 58). Davon ausgehend sahen sie im Compromesso storico einen Verrat der IKP am revolutionären K...

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