27.03.1997 / Feuilleton / Seite 0

Nichts gewußt

Ein Dokfilm, gedreht im Foyer der Ausstellungüber die Verbrechen der Wehrmacht

Carsten Otte

Sie haben alle davon gehört. Einige sind auch gekommen. In die Ausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung über die Verbrechen der Wehrmacht an der Ostfront. Und zwar in Wien.

Ruth Beckermann und Peter Roehseler haben die Besucher der Wiener Ausstellung interviewt. Fünf Wochen lang, fast jeden Tag. Aus dem ungeheuren Bild- und Tonmaterial haben sie einen Dokumentarfilm zusammengestellt, der den Titel »Jenseits des Krieges« trägt. Die Interviewten haben den Krieg zumeist miterlebt, sie waren in der Wehrmacht, und sie waren an der Ostfront. Doch es scheint, daß sie nicht denselben Krieg miterlebt haben. Die einen, und das sind die meisten, haben von den Verbrechen nichts gewußt. Man habe doch im Schützengraben gekämpft, sagen sie, da sei überhaupt gar keine Zeit gewesen, sich über derlei Verbrechen zu informieren: »Ich will damit ja nur behaupten, daß der Frontsoldat von dem allem nichts gewußt hat.« Ein anderer sagt: »Traurig, daß ich unten ...

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