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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 16 (Beilage)

Die schlimmste Krankheit

»Auf in den Heldentod«: Shigeru Mizukis Manga ist ein ebenso kunstvolles wie zeitloses Plädoyer gegen den Krieg

Michael Streitberg

»Was für eine Idylle, wenn kein Krieg wäre!« Die Insel Neubritannien, die heute zu Papua-Neuguinea gehört, trägt wahrhaftig Züge eines Paradieses. In detailverliebten Bildern brechen sich vor den Augen des Lesers die Wellen des Meeres an endlosen Sandstränden, aus verzauberten Urwäldern dringt der Gesang von Vögeln mit buntem Gefieder.

Für die Protagonisten von Shigeru Mizukis (1922–2015) autobiographischem Manga »Auf in den Heldentod!« jedoch gleicht Neubritannien oft einer Hölle auf Erden. Hier trugen Japans kaiserliche Armee und die Alliierten in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs erbitterte Gefechte aus. Dazu gezwungen, in einem für Japan beinahe schon verlorenen Krieg die Stellung zu halten, sind junge Wehrpflichtige nicht nur den Bomben der US-Armee, dem Hunger und der Malaria ausgesetzt, sondern auch den Launen ihrer Vorgesetzten. Von ideologischer Verblendung oder schlichtem Sadismus getriebene Offiziere schlagen und demütigen die Rekruten,...

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