Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Januar 2020, Nr. 15
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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 6 (Beilage)

Und wenn sie nicht gestorben wär’n …

Im besten Fall geschwätzig, im schlechtesten barbarisch: Miljenko Jergovics Roman »Ruth Tannenbaum«

Stefan Gärtner

Holen wir ein wenig aus und beginnen mit Sasa Stanisic, der immer mit Welpenblick in der Zeitung hockt und quengelt, er wolle nicht der Vorzeige-Immigrant sein, aber dann natürlich ein Buch namens »Herkunft« veröffentlicht, weil er nicht dumm genug ist zu glauben, es sei sein überragendes literarisches Talent, was ihm zu dicken Auflagen, Übersetzungen in alle Weltsprachen und den Einnahmen als Verfasser von Schullektüre verhilft. Was der deutsche Markt zuletzt sehr goutiert hat, sind sozusagen auslandsdeutsche Autoren und Autorinnen, weil sich das so schön verträgt mit dem Selbstbild von der fröhlich-bunten Einwanderernation, und falls sie nur lustiges Poetinnendeutsch können (Terezia Mora, Büchnerpreis: »Plötzliche Böen frühmorgendlichen Windes rütteln an einer hölzernen Scheibe«) oder, weil erst als Erwachsene nach Deutschland gelangt, nur welches aus dritter Hand (Sharon Dodua Otoo, Bachmannpreis: »Das hatte sich in letzter Zeit als sehr gewinnbringend...

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