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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

Die Eroberung der Stadt

Möglichkeiten des Handelns: Enno Stahls Gesellschaftsroman »Sanierungsgebiete« über Wendejahre der Gentrifizierung

Kai Köhler

Wie fasst man Gesellschaft literarisch? Enno Stahl gehört zu jenen Schriftstellern, die sich nicht mit der Beschreibung individueller Befindlichkeiten begnügen, auch nicht bloß naturalistisch Einzelheiten wiedergeben, sondern im Sinne eines kritischen Realismus den aktuellen Stand des Kapitalismus veranschaulichen.

Vor zwei Jahren gelang ihm dies auf beeindruckende Weise in dem Roman »Spätkirmes«. Im begrenzten Raum einer rheinischen Kleinstadt in der begrenzten Zeit eines örtlichen Fests führte Stahl ein aggressives Besitzbürgertum, verschiedenerlei Außenseiter mit Möchtegernaufsteigern zusammen, die stets vom Scheitern bedroht sind. Gewichtiger noch ist der Anspruch von »Sanierungsgebiete«. Der neue, weitaus umfangreichere Roman spielt um 2010 in der Großstadt Berlin. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre, das Thema ist wichtig. Es geht um Gentrifizierung, um die Eroberung des Stadt- und Wohnraums durch Kapitalinteressen, um die Verdrängung der...

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