Schwarzer Kanal
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17.07.2019 / Ausland / Seite 7 (Beilage)

Wiener Gemeindebau angespannt

Größte Immobilienbesitzerin Europas kann steigenden Bedarf nicht decken

Christian Kaserer, Wien

Österreichs Hauptstadt hat in puncto Wohnen einen in Europa einmaligen Ruf. Die Mieten seien erschwinglich, die Wohnungsnot überschaubar, und eine Gentrifizierung sei kaum festzustellen. Vieles von dem, was der Stadt heute nachgesagt wird, hat sie der kurzen Epoche des sogenannten »Roten Wien« zu verdanken (siehe jW-Thema vom 19. Juni): Vor hundert Jahren, kurz nach Ausrufung der ersten Republik, wurden die Sozialdemokraten zur stärksten Partei in der Hauptstadt gewählt. Um hier ihren Machtanspruch zu verteidigen und eine Hegemonie gegen das von der ÖVP regierte Umland einerseits sowie gegen die von der ÖVP allein geführte Bundesregierung andererseits aufzubauen, begann man mit einem umfassenden sozialen Wohnbauprogramm. Es entstand der berühmte und Wien bis heute prägende Gemeindebau.

Bis zur Machtübernahme der Austrofaschisten 1934 und hernach der Nazis wu...

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