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15.05.2019 / Inland / Seite 7 (Beilage)

Meinhofs Albtraum

Der Judenstaat als machtpolitische Option der deutschen Rechten

Susann Witt-Stahl

Der Jubel über die Gründung der Vereinigung »Juden in der AfD« (JAfD) im Oktober 2018 war riesig. »Jetzt haben wir’s geschafft, dass wir ihnen ihr ­liebstes Spielzeug weggenommen haben. Jetzt können sie nicht mehr die Antisemitismuskeule schwingen«, triumphierte Joachim Kuhs aus dem AfD-Bundesvorstand über die politischen Gegner und lieferte damit auch gleich einen Beweis für den instrumentellen Umgang seiner Partei mit den Juden.

Zu den Kernanliegen der JAfD gehört, dass keine deutschen Steuergelder mehr »an linksradikale und islamistische Organisationen in Israel fließen«. Gemeint ist etwa die Menschenrechtsorganisation B’Tselem, die von Brot für die Welt unterstützt wird. Die Interessengemeinschaft jüdischer Rechter in der AfD koschert nicht nur deren aggressive, vor allem gegen Muslime gerichtete Antimigrationspolitik ein. Sie flankiert auch den Schulterschluss der Partei mit den nationalreligiösen Ul­tras in Israel, die die bürgerliche Demokratie des...

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