01.09.2018 / Inland / Seite 10 (Beilage)

Geehrt und missachtet

Die Kampagne ICAN wirbt für den Atomwaffenwaffenverbotsvertrag und erhielt 2017 den Friedensnobelpreis. Nuklearmächte zeigen sich unbeeindruckt

Claudia Wangerin

Hin und wieder funktioniert der menschliche Selbsterhaltungstrieb: In Deutschland gibt es klare Mehrheiten, die sich für ein weltweites Verbot von Atomwaffen aussprechen. Zumindest, wenn die Erinnerung an das letzte »Säbelrasseln« noch frisch ist. Vor knapp einem Jahr ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts »Yougov« im Auftrag der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung es begrüßen würden, wenn die Bundesrepublik dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitritt. 71 Prozent der Befragten waren dafür, nur 14 Prozent dagegen. 15 Prozent machten keine Angabe.

Wenige Monate zuvor hatte der Spiegel auf seinem Titelblatt US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un als bockige, kreischende Kleinkinder auf einer Wippe in Form einer Atomrakete dargestellt. Am 12. Juni 2017 kam es dann beim Gipfeltreffen in Singapur zu einem Händedruck, der weltweit Erleichterung auslöste – vor...

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