01.09.2018 / Ausland / Seite 6 (Beilage)

Unzertrennliche Waffenbrüder

Der strategische Imperativ der deutschen Türkei-Politik

Nick Brauns

Der preußische Offizier Helmuth von Moltke wurde 1836 für drei Jahre als Instrukteur der osmanischen Armee in die heutige Türkei abkommandiert. Moltke nahm dabei auch an einem Feldzug gegen aufständische Kurden teil. »Es ist lange die Aufgabe der abendländischen Heere gewesen, der osmanischen Macht Schranken zu setzen. Heute scheint es die Sorge der europäischen Politik zu sein, ihr das Dasein zu fristen«, formulierte Moltke damals prophetisch die zukünftige Rolle Deutschlands zur Stabilisierung der türkischen Herrschaft. Die »Moltke-Legende« erscheint somit als Vorspiel der bis heute andauernden strategischen deutsch-türkischen Waffenbrüderschaft.

Als das Deutsche Reich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in seine imperialistische Phase eintrat, rückte das noch nicht unter den anderen Großmächten aufgeteilte Vielvölkerreich am Bosporus ins Blickfeld der Berliner Kolonialstrategen. Da das Deutsche Reich als einzige Großmacht keine Gebietsansprüche auf...

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