22.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 7 (Beilage)

Die Mär vom Fortschritt

Die vielbeschworene digitale Revolution ist keine. Der Kapitalismus ist zur Innovation schon lange nicht mehr fähig

René Arnsburg

Der Kapitalismus hat seine Fähigkeit zur grundlegenden Erneuerung verloren. Er ist nicht nur nicht in der Lage, revolutionäre technologische Veränderungen hervorzubringen, sondern bremst den Fortschritt insgesamt aus. Nach der alles umwälzenden industriellen Revolution, die den Produktivkräften eine neue Gestalt auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gab, fanden in abnehmenden Maße nur noch quantitative Veränderungen statt. Mit dem Eintritt in sein monopolistisches Stadium wurde der Charakter des Kapitalismus nicht nur konservativ, sondern destruktiv, mit den uns bekannten Folgen wie Weltkriegen und der fortschreitenden Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit.

Zur Zeit wird viel über eine vermeintliche vierte industrielle Revolution (­Indu­strie 4.0) gesprochen. Die vorgebrachten Argumente sind dabei nicht so neu, wie man meint. Die Vorstellung eines intelligenten Computers reicht zurück bis zu Alan Turing (1912–1954) und dessen...

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