22.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 2 (Beilage)

Ein winziges Problem

Die EU-Kommission will zum Schutz der Weltmeere Einweggeschirr und Strohhalme aus Plastik verbieten. Das allein ändert nichts an den ungeheuren Mengen Mikroplastik

Stefan Kreutzberger

Was die Forschenden des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) im April des Jahres der Öffentlichkeit vorstellten, hatten sie zunächst nicht für möglich gehalten. Sie vermuteten einen Messfehler. Doch es stimmte: In einem Liter Meereis fanden sich mehr als 12.000 Körnchen Mikroplastik. Manche waren nur winzige 11 Mikrometer klein – ein Sechstel des Durchmessers eines menschlichen Haares – und können problemlos auch von arktischen Kleinstlebewesen verschluckt werden.

Neben lokalen Verunreinigungen durch Schiffsfarben und Fischernetze identifizierte das AWI die Überreste des mons­trösen nordpazifischen Müllstrudels. Keiner weiß genau, welche Ausdehnung der hat, aber man schätzt ihn auf die Größe Westeuropas. Von unseren Flüssen und Stränden durch Meeresströmungen dorthin getrieben, wird der Plastikmüll von der UV-Strahlung zersetzt und von Wind und Wellen fein zermahlen und verwirbelt. Anschließend treibt diese Mischung über die Berin...

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