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08.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 5 (Beilage)

Bodenreform am Kap?

In Südafrika will der ANC via Verfassungsänderung Enteignungen weißer Farmer ermöglichen. Klare Konzepte gibt es nicht, dafür Druck von links

Christian Selz, Kapstadt

Wem gehört das Land? Keine Frage wird in Südafrika derzeit so intensiv diskutiert wie die der Besitzverhältnisse an Grund und Boden. Der African National Congress (ANC), einst Befreiungsbewegung und seit 1994 Regierungspartei, hatte diese Frage eigentlich schon während des Kampfes gegen die Apartheid klar beantwortet. »Mayibuye i Africa«, so lautete eine der populärsten Parolen: »Holt Afrika zurück«. Was damit gemeint war, schien stets klar: das Ackerland, das die weißen Siedler sich seit dem 17. Jahrhundert angeeignet hatten. Und dennoch ist relativ wenig passiert, seit der ANC vor nunmehr gut 24 Jahren die politische Macht übernahm.

Als Nelson Mandela Staatspräsident wurde, befanden sich 80 Prozent des Farmlandes in Händen Weißer. 30 Prozent dieser Flächen, so versprach der ANC damals, sollten innerhalb von fünf Jahren an Schwarze übergeben werden. Doch die Regierung Mandela scheiterte kläglich an dem Vorhaben. 1999 war nicht einmal ein Prozent der Agra...

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