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08.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 3 (Beilage)

Landwirte als Aufstocker

Die EU-Agrarpolitik zwingt Bauern zu knallharter Rationalisierung. Zugleich zementiert sie ein System künstlich niedrig gehaltener Erzeugerpreise

Friederike John

Alle sieben Jahre geht das Gerangel wieder los. Ein Förderzyklus neigt sich dem Ende zu, die EU-Kommission entwirft die Richtlinie für den nächsten, und dann wird gefeilscht, bis zumindest die Forderungen der großen Einzahler in den Agrarhaushalt der Union erfüllt sind. Im Grundsatz hat sich daran im letzten Vierteljahrhundert wenig geändert. Die sogenannten Direktzahlungen an die Landwirte in der Europäischen Union werden grundsätzlich als Pauschale pro Hektar Nutzfläche gewährt. Derzeit sind das in der BRD rund 280 Euro. Nur die Bedingungen, unter denen sie überwiesen werden, ändern sich. War in den 1990ern vorgeschrieben, 15 Prozent der Flächen brachliegen zu lassen, so müssen heute fünf Prozent »Greening«-Flächen ausgewiesen werden. Auf denen können beispielsweise eiweißhaltige Pflanzen wie Erbsen und Lupine angebaut werden. Damit wollte die Politik explizit den Anbau von Alternativen zu importiertem Sojafutter fördern. Inzwischen steigen die Landwirt...

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