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12.09.2018 / Geschichte / Seite 4 (Beilage)

Schmuggelware vom Bahnhof

Georg Lukács’ Ringen um Erlösung des verdinglichten Menschen aus der »transzendentalen Obdachlosigkeit«

Miklos Mesterhazi, Budapest

Werden bei Denkern der Marxschen Tradition Wahlverwandtschaften zu religiösen Denkfiguren oder Voreingenommenheiten diagnostiziert, geschieht dies meist, zumindest neuerdings, in einem ironischen Ton. Als handelte es sich dabei um etwas, das nicht eingestanden werden dürfte. Etwas Kindisches, für das man sich schämen sollte und das daher entblößt werden müsste, damit alle wieder ihren Seelenfrieden hätten, den die Nüchternheit gewährte. Wird aber bedacht, dass die Philosophie immer schon tief in der Schuld der Religion stand, auch wenn sie die Grenzen ihrer Kompetenz respektiert und sich ihr Überschreiten verboten hat, scheint der verächtliche Tonfall nicht angebracht zu sein.

Dieses für Religion und Philosophie gefährliche Verhältnis mag die verschiedensten Formen annehmen. Ihre Grundfigur hat Ernst Bloch in einem Kommentar zu Walter Benjamin erfasst: »Kathedralen etwa zeigen sich als ›Religionsbahnhöfe‹ (in Benjamins philosophischen Bruchstücken)«, in d...

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