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12.09.2018 / Geschichte / Seite 3 (Beilage)

Vom Reich Gottes auf Erden

Zum Verhältnis von Religion und Freiheit nach Hegel

Andreas Arndt

Ludwig Feuerbach hat Hegels Philosophie unter den Generalverdacht gestellt, nur eine verfeinerte Form der Theologie zu sein. Anders sah es Heinrich Heine. 1844 schrieb er, er habe »hinter dem ­Maestro [Hegel] gestanden«, als er die Musik des Atheismus komponierte, »freilich in sehr undeutlichen und verschnörkelten Zeichen, damit nicht jeder sie entziffre – ich sah manchmal, wie er sich ängstlich umschaute, aus Furcht, man verstände ihn.« Heines Auffassung fand wenig Gehör. Diejenigen, die Philosophie ohnehin für gottlos hielten, kannten und brauchten Heine nicht. Andere sahen Hegel als christlich geprägten Denker – wobei dies gegensätzlich beurteilt wurde. Lenin etwa, der »Idealismus« mit »Pfaffentum« gleichsetzte, wollte Hegel »materialistisch«, d. h. »ohne den lieben Gott und das Absolute«, lesen.

Wie also hielt es Hegel mit der Reli­gion? Zunächst: Jede abstrakte Religionskritik war ihm fremd. Religion, so seine Überzeugung, ist eine notwendige Form de...

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