04.07.2018 / Inland / Seite 2 (Beilage)

Altes Feindbild zieht nicht mehr

Von wegen angepasste Schwaben: Angesichts der Wohnungsmisere haben die Hausbesetzer in Stuttgart ungeahnte Solidarität erfahren

Tilman Baur

Hausbesetzungen? In Stuttgart hat sich Ende April manch einer die Augen gerieben. Dort landeten zwei junge Familien einen echten Coup, indem sie in einer spontanen Aktion zwei leerstehende Wohnungen in der im Süden der Stadt gelegenen Wilhelm-Raabe-Straße besetzten und bundesweit für Schlagzeilen sorgten.

Einen Monat lang wohnten sie dort, bis eine Zwangsräumung der Sache schließlich ein Ende machte. Noch größere Verwunderung als die Besetzung selbst aber erregte die Reaktion auf den Handstreich. Denn was folgte, waren nicht Empörung und Anfeindungen, sondern Solidarität.

Allen voran die Nachbarn im tradi­tionellen Arbeiterstadtteil Heslach signalisierten von Anfang an Unterstützung. Auch aus bürgerlichen Kreisen hörte man Verständnisvolles, die Lokalblätter berichteten wohlwollend.

Noch bis vor zehn Jahren – vor den »Stuttgart 21«-Protesten – wäre all das undenkbar gewesen. Zwar ist Stuttgart eine Multikulti-Stadt mit Einwohnern aus mehr als 170 Nationen...

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