18.07.2018 / Ausland / Seite 2 (Beilage)

Zwei Jahrzehnte Widerstand

Vor 20 Jahren begann in Venezuela die Bolivarische Revolution. Sie konnte bis heute verteidigt werden

Modaira Rubio, Caracas

Am 6. Dezember 1998 wurde Hugo Chávez zum Präsidenten Venezuelas gewählt. Sein Sieg war ein Erfolg nach Jahren des Widerstandes gegen die neoliberale Politik der bisherigen Machthaber. Das Regime, bei dem sich die Sozialdemokraten der Acción Democrática (AD) und die Christsozialen der Copei jahrzehntelang an der Regierung abgewechselt hatten, setzte allein auf ein rentenbasiertes Modell des Kapitalismus, nur auf den Export des Erdöls. Industrielle Produktion und Landwirtschaft wurden vernachlässigt. Davon profitierte nur eine Minderheit: Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik (INE) lebten im ersten Halbjahr 1998 70 Prozent der Venezolaner in Armut oder extremer Armut.

»Demokratisches Modell«

Venezuela galt im Ausland als »demokratisches Modell« und »prosperierende Demokratie«. Tatsächlich jedoch wurden die Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung und ihre Organisationen von den regierenden Kräften unterwandert und geschwächt. Wer sich nicht anpass...

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