13.06.2018 / Feuilleton / Seite 4 (Beilage)

Ein tückisch Ding

Der Soziologe Armin Nassehi fragt sich gar zu unideologisch-entspannt: »Gab es 1968?«

Gerhard Hanloser

Soziologie ist ein tückisch Ding. 1968 erschien sie im Westen allen als die neue Leitwissenschaft, die einen kritischen Zugang zur Gesellschaft versprach. Doch historisch betrachtet trat sie das Erbe der »Polizeywissenschaft« an, die lediglich herrschaftskonforme Untersuchung drängender Gefahren betrieb. Sozial-räumliche Fragmentierungen, Chicagoer Eckensteher, Slumstrukturen, eigene sprachliche Codes von Gangs, Subkulturen und Unterklassen – nichts sollte mehr dem gesellschaftlichen und sozialtechnologischen Zugriff entzogen sein. Dafür gab und gibt es Soziologen.

Sie nehmen auch eine bestimmte historische, soziale und politische Rolle ein. Karl Mannheims Begriff der »freischwebenden Intellektuellen« verdeutlicht, dass es sich also nicht (mehr) um Partei- oder parteiische Intellektuelle handelte, die als Teil einer Klasse mit deren Interessen und Kämpfen solidarisch sind. Wo die Religionssoziologie den gemeinschaftsstiftenden gesellschaftlichen Funktione...

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