30.05.2018 / Feuilleton / Seite 7 (Beilage)

Es war zum Piepen

Für Kinder muss man arbeiten wie für Erwachsene, nur besser. Und das gilt auch für die Musiker, die »Klassik« machen

Stefan Siegert

»Wie die Bildhauer und Maler, welche ihn darstellten, das Werk ihrer Vorgänger einer nach dem anderen idealisierten, bis der Komponist gleich einem homerischen Gotte vor uns stand, so hat sich in der Beethoven-Literatur ein ähnlicher Prozess vollzogen. Könnten die auf die Erde zurückkehren, welche ihn persönlich kannten, sie würden in diesen Bildnissen niemals die kurze muskulöse Figur und das pockennarbige Gesicht ihres alten Freundes wiedererkennen. Man unterdrückte das, was gewöhnlich und trivial erschien, bis man ihn zu einem Wesen gemacht hatte, welches erhaben und getrennt von den übrigen Menschenkindern in dem ihm eigentümlichen Reiche gigantischer Ideen lebte und in seiner Musik geheimnisvolle Enthüllungen über unaussprechliche Dinge machte«.

Übermenschlich, unbegreiflich, unberührbar. So stellt sich, von dem großen US-amerikanischen Beethoven-Biographen Alexander Wheelock Thayer bereits 1865 beschrieben, in vielen Belangen noch heute eine »Klassi...

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