30.05.2018 / Feuilleton / Seite 4 (Beilage)

Was macht der Hund im Schrank?

Eine Anleitung zum Rumalbern für eine bessere Welt: Hierzulande wird der linke Kinderbuchautor Gianni Rodari immer noch viel zu wenig gelesen

Carmela Negrete

Lenins Großvater mütterlicherseits soll eine Bank vor ein Fenster seines Landhauses im heutigen Tatarstan gestellt haben, damit die Enkel ins Haus kommen konnten wann immer sie wollten – und auch wieder raus. Für den italienischen Pädagogen, Journalisten und Autor Gian­ni Rodari (1920–1980) war dies »eine vorbildliche Weise, sich in den Dienst der kindlichen Phantasie zu stellen«.

Sein Buch »Grammatik der Phantasie« aus dem Jahr 1973 ist eine unverzichtbare Anleitung zum Rumalbern. Rodaris wichtigste Anregung ist das »phantastische Binom«. Eine Verknüpfung zweier Wörter, die erst mal nicht viel miteinander zu tun haben, aber mit denen man eine Geschichte erzeugt: Zum Beispiel »Hund« und »Schrank«: Was macht der Hund im Schrank? Was macht der Hund auf dem Schrank? Warum hat der Hund einen Schrank? Und los geht’s.

Klingt simpel. Tatsächlich aber war Rodari zu seiner Zeit ein Revolutionär. zur Zeit des italienischen Faschismus arbeitete er als Grundschullehr...

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