08.05.2018 / Inland / Seite 3 (Beilage)

Enttäuscht, aber entschlossen

NSU-Prozess: »Wir geben niemandem das Recht, uns zum Opfer zu machen«: Angehörige erwarteten Aufklärung – von Angeklagten und Behörden

Christiane Mudra

Am 6. Mai jährte sich der Beginn des NSU-Prozesses zum fünften Mal. Mit mehr als 420 Verhandlungstagen zählt das Verfahren zu den längsten, aber auch zu den gesellschaftlich wichtigsten der bundesdeutschen Geschichte. Trotz immer neuer Befangenheitsanträge der Verteidigung geht der Prozess dem Ende zu. Und doch, das ist bereits absehbar, bleiben allzuviele Fragen offen, die die Familien der Mordopfer umtreiben. Die Frage, warum ausgerechnet ihr Vater, Ehemann oder Bruder ermordet wurde. Die Frage, wer außer den Angeklagten zu den Unterstützern oder gar Mittätern des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) zählte. Die Frage nach der Rolle der Verfassungsschutzbehörden. Und die Frage, warum ihre Familie unmittelbar nach dem Mord durch spekulative Verdächtigungen und frei erfundene Vorwürfe jahrelang diskreditiert wurde.

Einen rassistischen Hintergrund hatten die Hinterbliebenen von Anfang an vermutet, doch weder die Medien noch die Ermittler hatten dies...

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