25.04.2018 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 9 (Beilage)

Niedriglöhne veredelt

Die DGB-Gewerkschaften schließen lieber Tarifverträge für die Leiharbeit ab, statt sie grundsätzlich in Frage zu stellen

Mag Wompel

An Ostern jubelte die IG Metall »Tariferhöhung in der Leiharbeit: Mehr Geld für Leihbeschäftigte« und meinte damit die nächste Stufe des Abschlusses von Ende 2016, mit der nun 9,49 Euro in der Stunde im Westen und 9,27 Euro im Osten fällig sind – Entgelte unterhalb der Niedriglohnschwelle. Was wie ein verfrühter Aprilscherz erschien, ist in Wirklichkeit eine Tragödie für die mittlerweile über eine Million Leiharbeiter. Dabei hätten sie von der ersten Einsatzminute an die gleiche Bezahlung und Arbeitsbedingungen wie die Stammbeschäftigten haben können, wenn die DGB-Tarifgemeinschaft einfach die Finger vom Tarifvertrag gelassen hätte, wie es viele Gewerkschafter in einem offenen Brief des Labournet Germany wiederholt gefordert hatten. Es ist die alte Hauptsache-mit-uns-Haltung der Gewerkschaften, die sie nicht zum ersten Mal dazu bewegt, die Öffnungsklausel im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zu nutzen. Damit werden Verschlechterungen mit Tarif ermöglic...

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