04.04.2018 / Ausland / Seite 8 (Beilage)

»Wir mussten das Kämpfen wieder lernen«

Über Jahrzehnte fanden Streiks in der Schweiz kaum statt. Dann wurden die Gewerkschaften von einer Krise getroffen – und orientierten sich um. Ein Gespräch mit Andreas Rieger

Johannes Supe

In der Schweiz gibt es eine »Renaissance der Arbeitskämpfe«. Das sind zumindest Ihre Worte. Seit den 2000er Jahren sei die Zahl der Streiks stark gestiegen. Allerdings lag sie zuvor im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und auch zur Bundesrepublik extrem niedrig. Seit den 50er Jahren fanden Ausstände in der Schweiz praktisch nicht mehr statt. Wie kam es dazu?

Die Schweiz kam unversehrt aus dem Zweiten Weltkrieg. Direkt danach gab es eine Streikwelle, in der die Beschäftigten für höhere Löhne und um Kollektivverträge kämpften – erfolgreich. Grundsätzlich waren die Arbeitgeber aber daran interessiert, dass ununterbrochen produziert wurde. Bereits ab 1946 lief die Wirtschaft wieder auf Hochtouren, es gab enorme Wachstumsraten. Man konnte Deutschland und Frankreich, die sich im Wiederaufbau befanden, beliefern. Deshalb waren die Arbeitgeber bereit, den Gewerkschaften in Verhandlungen Konzessionen zu machen. Und zwar solche, die viel weitergingen als je...

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